Freitag, 13. November 2009

Arbeitsleben in Sevilla (Ende der 2. Woche)

Hallo liebe Bloggerleser!
Zunächst einmal ganz liebe Grüße von allen Sevilla-Praktikantinnen. Zwei Wochen sind bald schon um, und ich muss sagen, es geht viel schneller als man anfangs glaubt. Das Leben hier ist auf jeden Fall ganz anders als in Deutschland. Was vielleicht nicht jeden im kalten Deutschland erfreuen wird, wir haben immer noch jeden Tag um die 25 Grad.

Nun berichte ich von einem typischen Arbeitstag hier:

Um 8.45 Uhr stehe ich langsam auf. Ich habe das Glück, wirklich sehr zentral zu meinem Arbeitsplatz zu wohnen und brauche für den Weg zu Fuß keine zehn Minuten. Ich arbeite in einem Busunternehmen für Touristen („Tour por Sevilla“). Es ist ein spanisches Unternehmen, dementsprechend spricht auch keiner Deutsch. Das wiederum finde ich aber sehr gut, denn so ist man gezwungen, sich der Sprache zu stellen. Das Unternehmen bietet 3 verschiedene Routen durch Sevilla an mit vier Haltestellen. An jeder kann man aussteigen und zu jeder halben Stunde wieder zusteigen und weiterfahren. Durch Kopfhörer wird auf acht Sprachen etwas über die Sehenswürdigkeiten erklärt. Außerdem bietet das Unternehmen sogenannte „Walking-Tours“ an, das sind Stadtführungen zu Fuß. Das Ticket kann man 48 Stunden lang nutzen und innerhalb dieser Zeit so oft fahren wie man möchte. Man kann mit dem Ticket jede der drei Strecken fahren und auch die Stadtführungen mitmachen. Ich selber war sehr begeistert von den Strecken, weil man fast alle Sehenswürdigkeiten sehen kann und auch beispielsweise zum ehemaligen Expogelände fährt, was zu Fuß sehr weit wäre.
Ich beginne morgens um 10 Uhr meine Arbeit. Die sogenannte Rezeption befindet sich sehr zentral in der Stadt und mit einem herrlichen Blick auf den Guadalquivir. Morgens treffen sich zunächst alle Mitarbeiter, und es wird der Tag geplant. Bis um 12 Uhr helfe ich dann an der Rezeption mit. Dazu gehören Dinge wie Tickets verkaufen, Kunden eine Einführung geben, die Route erklären, gucken, dass die Busse pünktlich kommen und weiterfahren und so weiter. In meinem Job lerne ich jeden Tag neue Menschen aus der ganzen Welt kennen. Anfangs war es sehr schwer, zwischen den Sprachen zu „switchen“, aber dadurch lernt man viel dazu.

Die Mitarbeiter sind alle sehr nett zu mir und bemühen sich, langsam zu sprechen. Das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Chef ist hier ein ganz anderes. In Deutschland ist das alles viel formaler. Hier redet man auch über Hobbies und solche Dinge und man ist „per du“.

Um 12 Uhr beginnt dann eine von den oben schon genannten „Walking-Tours“. Ich bin da von Anfang an schon immer mitgegangen und soll ab nächster Woche ganz allein so eine Führung leiten. Ich glaube, das ist eine ziemliche Herausforderung, denn die Guides sind alle schon einige Jahre in der Tourismusbranche tätig und kennen Sevilla.

Um 14 Uhr kann ich dann Feierabend machen, weil ja nachmittags der Sprachkurs stattfindet.


Man meistert hier echt jeden Tag neue Herausforderungen, von denen man vorher nie gedacht hätte, dass man sich das zutraut.

Hasta luego
Lisa H.

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