Montag, 9. November 2009

Besuch eines Weinguts in Saint-Émilion

Heute haben wir einen Ausflug zu einem Weingut von Saint Emilion gemacht.
Wir haben uns beim Tourismusbüro getroffen und sind von dort aus mit dem Bus losgefahren. Unser „Guide“ kam aus der Schweiz und hat alles erst auf Französisch gesagt und danach auf Englisch wiederholt, sodass man keine Probleme hatte allem zu folgen.
Auf der Busfahrt hat sie uns bereits Allgemeines über den Wein der Region erzählt, wie zum Beispiel, dass 80% der hergestellten Weine Rote sind und nur 20% Weißweine. Auch, dass die meisten der Weinhersteller in der Umgebung Familienbetriebe sind und sich mehr auf Qualität als auf Quantität besinnen, haben wir dadurch erfahren.

In der Umgebung von Bordeaux gibt es für die Herstellung des Rotweins blaue und schwarze Trauben, je älter die Weinrebe ist, umso besser ist die Qualität des Weines, der daraus hergestellt wird.
Mitte Juni fangen die Reben an Früchte zu tragen, welche sich im August anfangen zu verfärben(grün -> rot -> blau/schwarz), um dann im September von Hand geerntet zu werden.
Danach werden sie in die Kellerei transportiert, und dort werden die Trauben von den Stielen getrennt. Um die Qualität des Weins garantieren zu können, werden anschließend von Hand die übrig gebliebenen Stiele sowie die dazwischen gerutschten grünen Trauben aussortiert.
Anschließend werden die Beeren in einer Mühle zerdrückt, sodass ein Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenkernen, Schalen und Saft entsteht. Diese Mischung bleibt dann manchmal über Wochen stehen um zu gären.
Nach dieser Zeit kommt die Mischung (genannt Maische) dann in eine Presse und nur der reine Saft der Trauben bleibt über. Aus 115 kg Trauben kann man ca. 100 Liter Maische gewinnen und daraus wiederum 65-85 Saft (genannt Most).
Im Dezember ist der Wein fertig und wird nun in Fässern eingelagert um mind. 1 Jahr zu ruhen. Diese Fässer werden vorher „getoastet“ um sie weicher zu machen und dies bringt auch das besondere Aroma eines Weins.

Rotweine können je nach Art bis zu über 200 Jahren im Keller gelagert werden und sind danach immer noch trinkbar.

Als die theoretischen Dinge alle geklärt waren und wir uns in der Kellerei umgesehen hatten, kam es zu dem praktischen Teil – der Weinprobe.
Es wurden zwei verschiedene Weine zum Probieren zur Verfügung gestellt, einer aus dem Jahre 2007 und einer aus dem Jahr 2008.
Es wurde genau erklärt, wie man einen guten Wein erkennt und wie man ihn so probiert, dass sich alle Aromen entfalten können.

Anschließend sind wir noch in die Stadt Saint Emilion gefahren und hatten dort Zeit uns alleine etwas umzusehen. Es gab dort unglaublich viele Weingeschäfte. Ansonsten ist die Stadt sehr klein, ruhig und verwinkelt und es gibt dort einen Turm von dem man einen tollen Ausblick über die gesamte Stadt hat.










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