Das letzte mal Czesc aus Krakau! Nur noch eine Woche trennt uns von zu Hause. Einerseits ist es positiv, denn man vermisst seine Leute, seinen geregelten Tagesablauf und sein eigenes Zimmer, doch andererseits ist es auch negativ, denn wir haben uns hier schon sehr gut eingelebt und fuehlen uns wie zu Hause. Die Stadt Krakau ist wunderschoen und man entdeckt jeden Tag etwas Neues. Am ersten Sonntag, haben wir ein paar Sehenswuerdigkeiten mit einer Stadtfuehrerin besichtigt, wie zum Beispiel das Ghetto Viertel, wo Anna, Theresa, Nadine und Eugen wohnen. Frueher war es wie gesagt ein Ghetto fuer Juden und jetzt stehen dort viele Stuehle aus Eisen, das repraesentiert, wie die Juden auf diesen Stuehlen gesessen haben und auf die Freiheit gewartet haben. Spaeter sind wir zur Synagoge gegangen. Eugen musste eine Kappa aufsetzen, denn bei Maennern ist es ueblich, bei Betreten der Synagoge die Kappa aufzusetzen. Wir haben viele Graeber gesehen, die immer verschiedene Symbole auf den Grabsteinen hatten, wie zum Beispiel eine Krone, das bedeutet, dass dieser Mensch sehr reich war. Auch schauten wir uns eine Kathedrale an, aber nur von außen. Zum Schluss besichtigten wir das Schloss Wawel, welches sehr gross ist. Die Restaurierung ist praechtig gelungen und das Schloss mit vielen dekorativen Sachen beschmueckt. Der Drache, der Krakau repraesentiert, befindet sich neben dem Schloss und jede 5 Minuten spuckt er Feuer. Am naechsten Samstag waren wir im Konzentrationslager in Auschwitz. Wir haben viele Dinge gesehen, die man sonst eigentlich nicht sieht, wie zum Beispiel wie viele Menschen umgekommen sind, von denen man zum Beispiel die Haare weiter verarbeitet hat. Am Samstag sind wir zum Salzbergwerkmuseum gefahren, wo alles aus Salz gebaut wurde. Zuerst mussten wir ca. 500 Treppen herunter gehen - das war ein Spass - und was sich unten befand, war wirklich sehr beeindruckend und sehenswert. Viele Skulpturen waren nur aus Salz gebaut. Beim Verlassen des Museums konnten wir gluecklicherweise einen engen Lift benutzen, den wir mit 9 Personen teilen mussten, was fuer manche nicht so spaßig war... Meine Erfahrungen mit Menschen waren eher kurz und knapp, da ich auch auf Polnisch angesprochen wurde und ich kein Wort verstanden habe. Das einzige was ich sagen konnte war -Nie mowic po polsku-, das heisst -ich spreche kein Polnisch-und schon war das Gespraech beendet. Nur mit ein paar Leuten konnte ich Englisch sprechen, aber auch nur in Bruchstuecken. Sonst sind hier alle sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man in der Straßenbahn aeltere Menschen sieht, bekommen sie sofort einen Sitzplatz angeboten, weil die jungen Leute aufstehen und sie bitten sich hinzusetzen. Das haben wir natuerlich auch gemacht. Wir haben auch junge Leute kennen gelernt, mit denen wir uns schon öfter getroffen haben und die uns die Stadt gezeigt haben. An Krakau gefaellen mir besonders gut die Verkehrsmoeglichkeiten, denn man kann ueberall hin: entweder mit der Tram oder mit dem Bus. Auch ist die Stadt sehr sicher, denn in fast jedem Supermarkt stehen Polizisten und passen auf, dass nichts geklaut wird. Was mir an der Stadt nicht gefaellt sind die ueberfuellten Straßenbahnen, wo man sich immer fragt, ob man da noch hineinpasst oder nicht. Ebenso sind die Straßen sehr uneben und wenn man mit dem Bus unterwegs ist, springt man immer herum. Sonst ist es hier sehr schoen und die Stadt ist mit vielen Sehenwuerdigkeiten geschmueckt. Liebe Gruesse, bis bald!!!
Eure Viktoria!!!
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