Samstag, 14. November 2009

Ein Arbeitstag in Bordeaux






Ich arbeite an einer der fünf Universitäten von Bordeaux. Die Universität befindet sich in einem Vorort der Stadt. Um dort hinzukommen fahre ich jeden Morgen ca. 20 Minuten mit der „Tram“ (das ist die Straßenbahn hier).



Ich muss morgens um 9:00 Uhr anfangen und arbeite bis 17:00 Uhr, wobei ich eine einstündige Pause von 12:00-13:00 Uhr habe. Meine Mittagspause verbringe ich meistens mit zwei anderen Praktikanten in der Kantine.
Das Büro, in dem ich arbeite, ist zuständig für ausländische Beziehungen. Hier werden ausländische Studenten unterstützt und beraten, die ein Semester oder länger an der Universität studieren wollen.Die meisten Studenten haben ein Stipendium erhalten, das zur finanziellen Unterstützung des Studiums dient. Es gibt drei Säulen, auf denen diese Unterstützung basieren kann:
- CRA = Conseil Régional d’Aquitain (das ist eine regionale Unterstützung)
- MEN = Ministère l’Eduction national (eine überregionale Unterstützung vom Land)
- Erasmus

Die meisten Schüler erhalten eine dieser finanziellen Unterstützungen und schreiben sich danach für das Studium ein. Es muss geschaut werden, ob alle notwendigen Papiere für diese finanziellen Unterstützung vorhanden sind. Sind alle Papiere da, so kann der Student an der Universität studieren. Da die Studenten nicht mit der Gestaltung der Stundenpläne vertraut sind, werden sie bei der Erstellung des Stundenplans beraten. Des Weiteren werden die Stundenpläne der ausländischen Studenten auf Fehler überprüft und korrigiert.
Wenn die Studenten anfangen zu studieren, können sie zu den Öffnungzeiten Beratung in Anspruch nehmen. Es wird ihnen genau gesagt, wo sie was an der Universität finden, wie man an eine Wohnung in Bordeaux kommt usw.
Außerdem werden des Öfteren Partys geplant, damit die ausländischen Studenten schnell Anschluss finden.
Das war jetzt so die grobe Planung rund um ein Semester im Ausland. Natürlich ist das alles mit sehr viel administrativen Aufwand verbunden (alle Studenten müssen auf der Datenbank erfasst werden usw.).
Wenn ich meinen Arbeitstag hier in Frankreich mit dem in Deutschland vergleiche, dann fallen mir zwei Unterschiede auf:
1. es gibt nur eine Pause, dafür aber eine sehr lange (in Deutschland habe ich 15 min und 30 min Pause)
2. es kommt des Öfteren vor, dass jemand aus einen anderen Büro kommt und man sich zur Begrüßung einen angedeuteten Kuss auf die Wange gibt (faire la bise)

Liebe Gruesse nach Deutschland

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